Wohnen in Wien, arbeiten in Graz, Urlaub in der Steiermark – für viele Österreicher ist die Mobilität zwischen Regionen längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch was, wenn die klassischen Verkehrsmittel an ihre Grenzen stoßen? Hier setzt das junge Unternehmen wonaco review an, das mit einer innovativen Plattform und einem Netzwerk aus Elektrofahrzeugen die interregionale Mobilität neu denkt. Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit, Effizienz und einer radikalen Reduzierung der Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto.
Seit 2022 hat wonaco 1 sein Pilotprojekt in der Steiermark gestartet, das bereits über 500 Nutzer:innen angelockt hat. Im Vergleich zu klassischen Ride-Sharing-Diensten wie Uber oder Bolt setzt wonaco auf eine andere Strategie: Statt Einzelfahrten zu buchen, bietet das Unternehmen „Mobilitätspakete“ für bestimmte Routen an, die oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinierbar sind. Das Ziel: Langfristig eine flächendeckende Infrastruktur zu schaffen, die Pendler:innen und Geschäftsreisende entlastet – ohne dass sie auf Komfort verzichten müssen.
Technologie: Autonome Fahrzeuge und intelligente Routenplanung
Der technische Kern von wonaco 1 liegt in der Kombination aus autonomen E-Fahrzeugen und einer KI-gestützten Routenplanung. Die Fahrzeuge, die bereits in der Testphase eingesetzt werden, sind mit hochmoderner Sensorik ausgestattet und können nicht nur autonom fahren, sondern auch mit anderen Verkehrsmitteln synchronisieren. Besonders beeindruckend ist die Integration mit der ÖPNV-Infrastruktur: Nutzer:innen erhalten in Echtzeit Hinweise, wann ihr Fahrzeug an der nächsten Haltestelle ankommt – und ob eine direkte Verbindung zu Bus oder Bahn besteht.
Ein konkretes Beispiel zeigt, wie das System funktioniert: Wer aus Graz in den Wiener Umlandbezirk pendelt, kann sich zwischen einem klassischen E-Shuttle und einem „Mobilitätskorb“ entscheiden. Der Korb ist ein modulares Fahrzeug, das je nach Bedarf mit Fahrrädern, Rollstühlen oder sogar kleinen Lasten ausgestattet werden kann. Das reduziert nicht nur die Emissionen, sondern macht die Mobilität auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zugänglicher. Laut dem Gründerteam wurden in der Pilotphase bereits über 30 % der Fahrten mit solchen Anpassungen durchgeführt – ein Zeichen für die Flexibilität des Systems.
Wirtschaftliche und ökologische Effizienz
Doch wonaco 1 ist nicht nur ein technisches Experiment, sondern auch ein wirtschaftliches Modell, das langfristig profitabel sein will. Durch die Bündelung von Fahrten und die Nutzung von E-Fahrzeugen spart das Unternehmen nicht nur Energie, sondern auch Kosten. Allein in der Steiermark wurden in der ersten Testphase über 2.500 Tonnen CO₂ eingespart – das entspricht etwa dem Ausstoß von 1.200 Haushalten pro Jahr. Gleichzeitig entstehen durch die Nutzung der Fahrzeuge neue Arbeitsplätze in der lokalen Logistik und im Service.
Ein zentrales Argument des Unternehmens ist die Reduzierung der Verkehrsdichte in Städten. Studien zeigen, dass allein in Wien bis 2030 rund 30 % der Pendler:innen auf das Auto verzichten werden müssen, um die Klimaziele zu erreichen. wonaco 1 bietet hier eine Brücke zwischen Individualmobilität und ÖPNV – und könnte damit einen wichtigen Beitrag leisten. Die aktuellen Zahlen aus der Pilotphase deuten darauf hin, dass bereits heute mehr als 40 % der Nutzer:innen die Fahrzeuge als „Ersatz für das Auto“ nutzen, ohne dabei Komfort einzubüßen.
- Seit 2022 operiert wonaco 1 mit einem Netzwerk von über 50 autonomen E-Fahrzeugen in der Steiermark.
- In der Pilotphase wurden über 2.500 Tonnen CO₂ eingespart – das entspricht 1.200 Haushalten pro Jahr.
- 40 % der Nutzer:innen nutzen die Fahrzeuge als Ersatz für ihr eigenes Auto.
- Die Fahrzeuge sind mit modularen Anpassungen ausgestattet, die besonders Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich machen.
- Die KI-gestützte Routenplanung synchronisiert Fahrten mit ÖPNV-Haltestellen in Echtzeit.
Zukunftsperspektiven: Wird wonaco 1 zur Norm?
Ob wonaco 1 langfristig eine Rolle in der österreichischen Mobilitätslandschaft spielen wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein zentraler Punkt ist die Akzeptanz der Nutzer:innen – und die der Politik. Die ersten Rückmeldungen aus der Pilotphase sind positiv, doch noch fehlen große Skalierungsprojekte. Ein weiterer Herausforderung ist die Regulierung: Autonome Fahrzeuge müssen in Österreich noch streng geprüft werden, und die Integration in bestehende Verkehrsnetze ist komplex.
Trotzdem gibt es Anzeichen, dass die Idee auf Interesse stößt. Die Stadt Graz hat bereits Interesse an einer Kooperation signalisiert, und in Wien gibt es Diskussionen über eine Erweiterung des Pilotprogramms. Ein zentraler Unterschied zu anderen Start-ups ist die Fokussierung auf regionale Mobilität – statt auf globale Lieferketten oder Einzelfahrten. Das könnte wonaco 1 langfristig zu einem wichtigen Akteur in der österreichischen Verkehrswende machen.